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Der Kontrabass – Tiefe Töne in aufrechter Haltung

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    Der Kontrabass ist, nach dem selten verwendeten Oktobass, das größte und tiefste Streichinstrument und das fundamentale Bassregister in Orchestern, Jazz-Ensembles und vielen traditionellen Musikrichtungen.

    Der Kontrabass im Überblick

    Der Kontrabass nimmt eine Zwitterstellung in der Instrumentenkunde ein: Er vereint Merkmale der Geigenfamilie und der älteren Gambenfamilie.

    MerkmalZugehörigkeit
    F-förmige SchalllöcherGeigenfamilie
    Anzahl der Saiten (4 oder 5)Geigenfamilie
    Bundloses Griffbrett & SchneckeGeigenfamilie
    Abfallende Schultern (für leichte Bespielbarkeit)Gambenfamilie
    Stimmung in Quart-IntervallenGambenfamilie
    • Saitenzahl und Stimmung: Normalerweise besitzt der Kontrabass vier Saiten. Im Sinfonieorchester werden häufig fünfsaitige Instrumente verwendet, um tiefere Töne (bis zum Subkontra-C) zu erreichen. Die Standardstimmung lautet E – A – D – G (in Quarten, wie beim E-Bass, aber eine Oktave tiefer).
    • Solo-Stimmung: Für das Solospiel wird oft eine höhere Stimmung verwendet (Fis – H – E – A), um den Klang heller und brillanter zu machen.
    • Bögen: Es existieren zwei Haupttypen von Bögen, die unterschiedliche Spieltechniken erfordern: der französische Bogen (gewölbt, wie beim Cello) und der deutsche Bogen (flacher und am Kopf abgeknickt, mit Unterhandgriff).

    Die historische Entwicklung und Spieltechniken

    Der Kontrabass blickt auf eine komplexe Entwicklungsgeschichte zurück und wurde früher auch als Bassvioline oder Bassgambe bezeichnet.

    • Vorgänger: Zu den zahlreichen Vorgängern zählt der Violone.
    • Wiener Klassik: In der Epoche der Wiener Klassik etablierte sich der fünfsaitige Kontrabass mit der sogenannten ‘Wiener Stimmung’ (Terz-Quart-Stimmung): F – A – D – Fis – A.

    Spielhaltung und Techniken

    • Haltung: Beim Spielen im Stehen fixiert ein höhenverstellbarer Standfuß (der Stachel) das Instrument auf dem Boden. Im Sitzen ist ein hoher Hocker notwendig. Die stehende Haltung bietet in der Unterhaltungsmusik, z. B. im Rockabilly, einen visuellen Showeffekt.
    • Gängige Spieltechniken:
      • Pizzicato: Das Zupfen der Saiten mit den Fingern (wichtig im Jazz).
      • Arco (Bogenstrich): Das Streichen der Saiten (dominierend in der Klassik).
      • Vibrato: Das Erzeugen einer leichten Tonhöhenschwankung für mehr Ausdruck.
      • Slapping: Eine perkussive Technik, bei der die Saiten gegen das Griffbrett geschlagen werden (charakteristisch für Rockabilly und Psychobilly).

    Kräftige Finger: Einblicke eines Kontrabassisten

    Ein Kontrabassist betont die physische Herausforderung des Instruments:

    „Kontrabass zu spielen ist mit physischer Anstrengung verbunden. Man muss schon etwas Kraft aufwenden, vor allem mit der Muskulatur der linken Hand. Auch die Finger – vor allem der Zeigefinger und der Mittelfinger der rechten Hand – werden ordentlich beansprucht. Zu Beginn sollte man täglich erstmal nur ein paar Minuten spielen und dann allmählich langsam steigern. Ein gutes Gehör zwecks sauberer Intonation ist nützlich. Man kann auch eigentlich fast alle Genres spielen. Nur Heavy Metal oder Funk kann ich mir nicht so recht vorstellen. Wenn man einen Pick up installiert, sollte es keine Einschränkungen beim Musizieren mit anderen Musikern geben.“

    Unterschiede zwischen Bassgitarre und Kontrabass

    MerkmalKontrabass (Akustisch)E-Bass (Elektrisch)
    Klang & AkustikAkustisch resonanter, warmer, tragender Sound; besser rein akustisch ohne Begleitung.Elektrisch verstärkter, präziser, definierter Sound; ideal für komplexe Rhythmen (Funk).
    BespielbarkeitTräger, erfordert mehr Kraftaufwand (insbesondere linke Hand).Schneller, weniger Kraftaufwand.
    KostenDeutlich höher (gute Instrumente beginnen oft beim drei- bis achtfachen eines guten E-Basses). Vorsicht vor Billigangeboten (unter ca. 1000 €).Günstiger in der Anschaffung (guter E-Bass ab ca. 1000 €).
    LogistikKomplizierter Transport und Lagerung (große Abmessungen).Einfacher Transport und Lagerung.

    Der Kontrabassist rät: „Der Hauptunterschied zur Bassgitarre ist der Klang. Der Kontrabasssound trägt viel besser… Ich würde mich an einen Kontrabassbauer wenden.“

    Das Besonders Schöne am Kontrabass

    Der Kontrabass fasziniert durch seine Präsenz und seinen Klang:

    „Das Instrument hat einen unhandlichen, aber sehr ästhetischen Körperbau, macht auch als Wohnzimmermöbel eine gute Figur und hat einen wunderschönen Ton, der allerdings am besten rein akustisch und ohne Begleitung zum Tragen kommt.“

    Als Alternative empfiehlt der Experte den ‘electric upright bass’ (EUB), der das Spielgefühl und den Klang eines Kontrabasses nachahmt, aber handlicher ist. Auch hier gilt die Kaufempfehlung, die 1000-Euro-Grenze zu überschreiten.

    musizieren24
    Author: musizieren24

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