Die Posaune gehört zu den ältesten und klanggewaltigsten Blechblasinstrumenten. Sie zeichnet sich durch ihren harten, gebündelten Schall und die Fähigkeit aus, Töne über ihren charakteristischen Zug gleitend (Glissando) zu erzeugen. Sie bildet das harmonische Fundament in vielen musikalischen Ensembles, von der Klassik bis zum Jazz.
Posaunen Basics: Aufbau und Klang
Die Posaune ist ein Instrument der Bügelhornfamilie und besteht aus einem S-förmig gebogenen, überwiegend zylindrischen Rohr mit einem ausladenden Schalltrichter (Stürze).
- Mundstück und Klang: Sie wird mit einem Kesselmundstück geblasen, ähnlich dem einer Trompete. Aufgrund ihrer weiten Mensur ist der Klang jedoch voller und dunkler als der einer Trompete. Der Schall wird zudem stark gebündelt.
- Material: Die gängigen Baumaterialien sind Messing oder Neusilber.
Die Entstehungsgeschichte: Eines der ältesten Orchesterinstrumente
Die Posaune trat schätzungsweise um 1495 erstmals in Erscheinung und ist damit, neben der Violine, eines der ältesten voll chromatisch spielbaren Instrumente im Orchester.
- Renaissance (ca. 1450–1600): Hier erlebte die Posaune ihre erste Blütezeit. Sie wurde häufig in Ensembles zusammen mit Streichern und Sängern eingesetzt und wertete kirchliche sowie gesellschaftliche Veranstaltungen auf.
- Barockzeit und Rückkehr: Im Barock trat sie zugunsten der Streichinstrumente in den Hintergrund. Erst im 18. und 19. Jahrhundert erhielt die Posaune ihre Wiedereinkehr in die Musik. Komponisten wie Ernst Sachse, Friedrich August Belcke und Ferdinand David schrieben wichtige Solowerke für das Instrument.
Bauformen: Zug, Ventile und Stimmung
Die Posaunenfamilie ist groß, doch die Zugposaune ist die gängigste Bauform. Daneben existieren auch Ventilposaunen.
1. Die Zugposaune
- Tonerzeugung: Bei der Zugposaune wird die Länge der Luftsäule durch das Verschieben des Zuges (eines U-förmigen Rohrbogens) verändert. Dies ermöglicht das Erzeugen von Tönen im Halbtonschrittverfahren sowie das charakteristische Glissando (gleitende Tonveränderung).
- Stimmung: Wie bei allen Blechblasinstrumenten wird die Grundstimmung über einen Stimmzug kalibriert.
2. Wichtige Bauformen im Überblick
| Bauform | Stimmung | Tonlage & Besonderheit |
| Tenorposaune | B | Gängigste Form. Notierung meist im Bassschlüssel, im sinfonischen Bereich auch Tenorschlüssel. |
| Tenorbassposaune (Quartposaune) | B mit Quartventil in F | Besitzt ein Ventil (Quartventil), das die Luftsäule um eine Quarte verlängert. Erweitert den Tonumfang nach unten. |
| Bassposaune | B (größere Bauweise) | Größeres Schallstück und Mundstück. Ermöglicht laute Tiefen und ist im tiefen Register obligatorisch. |
| Altposaune | Es oder F | Selten, brillianterer Klang. Wurde im 16. Jh. in der Oberstimme eingesetzt. Heute oft für Kinder im Unterricht. |
| Kontrabassposaune | Sehr tief (häufig tiefer als Bassposaune) | Größte Form. Wiederbelebt durch Richard Wagner (Ring des Nibelungen). |
| Weitere (seltener) | Sopran-, Piccolo-, Diskantposaune, Zugtrompete. | Kleinere, höhere Instrumente. |
Deutsche vs. Amerikanische Konzertposaune: Die deutsche Bauart wird oft mit einem kleineren Mundstück gespielt als die amerikanische Variante.
Die Posaune in der heutigen Zeit
Die Posaune ist ein geselliges Instrument, das in vielen Ensembles und Genres zu Hause ist:
- Klassik: Sinfonie-Orchester (oft im vierstimmigen Posaunensatz), Kammermusik.
- Militär & Marschmusik: Marsch- und Militärkapellen, Posaunenchöre, Blechbläserquintette.
- Jazz und Unterhaltung: Unverzichtbar in Big-Bands (Swing), sowie in den Rhythmus-Genres Salsa und Ska.
Berühmte Posaunisten (Auswahl)
- Traditioneller Jazz/Swing: Jack Teagarden, Kid Ory, Tommy Dorsey, Glenn Miller.
- Moderner Jazz: J. J. Johnson, Kai Winding, Albert Mangelsdorff (deutscher Jazz-Innovator), Conny Bauer.
- Virtuosen: Bill Watrous, Carl Fontana, Wycliffe Gordon.

