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Vom Mörser zur Djembé – Afrikas bekannteste Trommel

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    Die Djembé (oder auch Jembé) ist die wohl bekannteste und beliebteste afrikanische Handtrommel. Ursprünglich aus Westafrika stammend – ihre Wurzeln liegen in den Mandinka-Völkern (Mali, Guinea, Burkina Faso, Elfenbeinküste) – hat sie sich aufgrund ihres vielseitigen und ausdrucksstarken Klangspektrums weltweit etabliert.

    Djembé Basics: Aufbau und Ursprung

    Die Djembé gehört zu den Becher- oder Kelchtrommeln und besitzt einen charakteristischen, kelchförmigen Korpus sowie eine einzelne Schlagfläche.

    • Ursprung als Mörser: Es wird weithin angenommen, dass die Djembé aus einem durchgestoßenen Mörser entwickelt wurde, dem man eine Tierhaut (meist Ziegenhaut) überlegte. Diese Verbindung zur Speisenzubereitung unterstreicht die tiefe kulturelle Verankerung der Trommel im dörflichen Alltag Afrikas.
    • Material und Form: Der Korpus wird traditionell aus einem einzigen Holzstamm geschnitzt. Die Trommeln sind in unterschiedlichen Größen und Formen erhältlich, die jeweils den Klang beeinflussen. Das Fell wird mit Seilen oder Schnüren über den Korpus gespannt, um die Tonhöhe zu bestimmen.
    • Klangspektrum: Die Djembé ist für ihr reiches Klangspektrum bekannt, das drei Hauptklänge umfasst:
      • Bass (B): Ein tiefer, resonanter Ton, erzeugt durch Schlagen der Handfläche in der Mitte des Fells.
      • Tone (T): Ein mittelhoher, voller Ton, erzeugt durch Schlagen nahe dem Fellrand mit flacher Hand.
      • Slap (S): Ein sehr hoher, scharfer und durchdringender Ton, erzeugt durch Schlagen des äußersten Fellrandes, wobei die Finger das Fell nur kurz berühren.

    Wie wird die Djembé gespielt?

    Die Djembé wird in der Regel mit den bloßen Händen angeschlagen (Handtrommel). Die präzise Haltung ist entscheidend für die Klangerzeugung und die Schonung der Hände:

    • Grundhaltung: Die Unterarme sollten in einer Ebene mit dem Trommelfell liegen, um optimale Hebelwirkung zu erzielen. Es ist essenziell, dass die Handtechniken und die Schlagpositionen korrekt ausgeführt werden, um die verschiedenen Klänge zu erzeugen und Verletzungen zu vermeiden.

    Drei Spielhaltungen

    1. Im Stehen: Die Trommel wird mithilfe eines Bandes oder Tuches um den Hals und Oberkörper befestigt und hängt leicht nach vorne geneigt vor dem Spieler.
    2. Auf einem Stuhl sitzend: Die Trommel wird zwischen den Knien fixiert und leicht nach vorn geneigt, sodass die untere Öffnung (Schallöffnung) frei bleibt und der Bass-Schall ungehindert austreten kann.
    3. Auf dem Boden sitzend: Die Trommel wird zwischen den Beinen platziert, wobei der Spieler darauf achten muss, dass der Korpus nicht fest auf dem Boden aufliegt.

    Die Rolle der Djembé in der Kultur

    Die Djembé ist weit mehr als nur ein Rhythmusinstrument; sie ist ein Kommunikationsmittel und ein zentraler Bestandteil vieler westafrikanischer Zeremonien:

    • Sie begleitet Tänze, Hochzeiten, Geburtsfeiern, Erntefeste und Initiationsriten.
    • Die Trommelsprache der Djembé dient in vielen traditionellen Gemeinschaften dazu, Nachrichten zu übermitteln und die Tänzer anzuleiten.
    musizieren24
    Author: musizieren24

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