The Smiths waren weit mehr als nur eine Band; sie waren eine kulturelle Bewegung, die den britischen Musikmarkt in den 1980er Jahren revolutionierte. Trotz ihres kurzen Bestehens (1982–1987) prägten Sänger Morrissey und Gitarrist Johnny Marr mit ihrem einzigartigen Mix aus melancholischen Texten, beißendem Witz und brillantem Gitarrenspiel eine ganze Generation. Auf Musizieren24.de beleuchten wir die Geschichte der Band, ihren unnachahmlichen Sound und ihren nachhaltigen Einfluss auf den Indie- und Alternative Rock.
Die Gründung und der unverkennbare Sound
The Smiths formierten sich 1982 in Manchester und bestanden aus dem charismatischen, wortgewandten Sänger Steven Patrick Morrissey (bekannt als Morrissey) und dem musikalischen Genie Johnny Marr. Unterstützt wurden sie vom Bassisten Andy Rourke und dem Schlagzeuger Mike Joyce.
Die musikalischen Eckpfeiler:
- Marrs Gitarrenspiel: Johnny Marr lehnte die Synthesizer-dominierte Popmusik der 80er ab. Er schuf einen hellen, vielschichtigen und virtuosen Sound, der oft als “Jangle Pop” bezeichnet wird. Seine Melodien und Arpeggien verliehen den Songs eine unwiderstehliche, fast tanzbare Energie, die im Kontrast zur thematischen Schwere stand.
- Morrisseys Texte: Morrissey, der oft von Literatur und Melodrama inspiriert war, schrieb Texte über Außenseiter, Einsamkeit, sexuelle Verwirrung und die britische Tristesse. Sein trockener, intellektueller Witz und seine melancholische Theatralik machten ihn zu einer der prägendsten Frontfiguren der Popgeschichte.
- Der Bass als Melodie: Andy Rourke spielte den Bass oft nicht nur rhythmisch, sondern als kontrapunktische, melodische Stimme, was dem Sound zusätzliche Komplexität verlieh.
Vier Alben für die Ewigkeit
Obwohl The Smiths nur fünf Jahre existierten, veröffentlichten sie vier Studioalben, die alle als Meilensteine des britischen Pop gelten:
| Album | Jahr | Wichtige Tracks | Bemerkung |
| The Smiths | 1984 | Hand in Glove, What Difference Does It Make? | Das Debüt definierte sofort den melancholischen und intelligenten Sound. |
| Meat Is Murder | 1985 | The Headmaster Ritual, That Joke Isn’t Funny Anymore | Das einzige britische Album, das Platz 1 erreichte. Morrissey nutzte die Plattform für politisches und soziales Engagement. |
| The Queen Is Dead | 1986 | There Is a Light That Never Goes Out, Bigmouth Strikes Again | Oft als ihr Magnum Opus bezeichnet. Eine perfekte Balance aus Witz, Wut und Melodie. |
| Strangeways, Here We Come | 1987 | Girlfriend in a Coma, I Started Something I Couldn’t Finish | Ihr letztes Studioalbum, das kurz vor der Auflösung der Band erschien. |
Der nachhaltige Einfluss und das Vermächtnis
The Smiths schufen eine Blaupause für den modernen Indie-Rock und prägten die Musik in den folgenden Jahrzehnten tiefgreifend.
- Der Beginn des Indie-Rock: Sie etablierten die Idee der Gitarrenband mit intellektuellem Anspruch als Gegenentwurf zum kommerziellen Synth-Pop der 80er.
- Einfluss auf nachfolgende Bands: Bands wie The Cure, R.E.M., Radiohead, Blur und Oasis nennen The Smiths explizit als wichtigen Einfluss auf ihre Musik und Haltung.
- „There Is a Light That Never Goes Out“: Dieses Stück (enthalten auf The Queen Is Dead) gilt als eine ihrer wichtigsten Hymnen. Der Song thematisiert die Sehnsucht nach einem Ausbruch aus der Tristesse und die romantische Vorstellung, im Moment des Glücks zu sterben.
Die Band löste sich 1987 aufgrund persönlicher und kreativer Differenzen zwischen Marr und Morrissey auf. Trotz zahlloser Gerüchte und Angebote weigerten sich die Mitglieder stets, für eine Reunion zusammenzukommen – was ihren Mythos nur noch weiter zementierte.
Bildquelle: Paul Cox; Distributed by Sire Records, Public domain, via Wikimedia Commons


Hein + Klein hat den Klassiker “There is a light that never goes out” gecovert. Einfach wunderbar, dass The Smiths heute noch relevant sind. Hier die Rezension: https://www.musizieren24.de/reviews/there-is-a-light-that-never-goes-out-the-smiths-cover-heinundklein-thome/